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Nachlese

kleine Impression von unserer Fahrt zum weltgrößten Kaltwassergeysir in Andernach in der Eifel

Sollen Landfrauen auch nach außen hin sofort als solche zu erkennen sein – diese Frage beschäftigte unseren Verein bei der Gründung 1988.

„Ei mir schwebt do ebbes Dirndelartiges vor“ meinten die einen, während die anderen uns lieber „a bissje dezent und elegant“ sehen wollten. Die Schlanken waren begeistert vom Dirndl. Die etwas barockeren Figuren waren eher für das kleine Schwarze mit Biene – das Problem war schwer zu lösen.

In einem Weingut der Verbandsgemeinde, Gott sei dank waren wir dort weniger bekannt, fand dann eine Modenschau der besonderen Art statt.

Nach der Wanderung dorthin, gutem Essen und einigen Gläschen Wein begann die Vorführung der Modelle, die unser Vorstand für geeignet hielt.

Wir hörten schon aus der Küche der Straußwirtschaft, diese hatten wir als Umkleidekabine umfunktioniert, unartikuliertes Lachen und Gackern und was uns dann geboten wurde, war wirklich „das Allerletzte“.... Nachthemden und Unterhosen aus dem letzten Jahrhundert mit Rüschen und Spitzen, Mieder – teilweise sehr gewagt, Strapse, Netzstrümpfe und vieles mehr.

Unsere Models konnten sich vor Lachen nicht mehr beherrschen, erstens wegen ihres Aussehens und zweitens wegen der Großmutter der Winzerfamilie, die leider schon etwas tüttelig war und die Welt nicht mehr verstand. Man ist ja in einer Straußwirtschaft einiges gewöhnt, aber dass die Kunden sich jetzt auch noch in der Küche ausziehen und Klamotten anziehen, die sie aus ihrer Jugendzeit noch kannt, das war zu viel für die alte Dame und sie machte aus ihrem Unverständnis auch keinen Hehl.

Zum Schluss kam dann das einzig akzeptable und tragbare Modell. Ein blau/grau gestreifter Rock, oben war ein Gummiband eingezogen. Darauf trug Frau einen breiten schwarzen Stretchgürtel, wahlweise mit Riesenschmetterling oder einem dezenteren Detail. Die obligatorische weiße Bluse durfte nicht fehlen. Das war auch praktisch, jede Frau hat so eine. Sie wurde allerdings geschmückt mit einem von jeder Landfrau selbstgemalten Seidentuch in Blautönen. Dieses Tuch lenkte ein bisschen von den breiten Hüften ab, die manche von uns damals leider hatten.

Unser erster gemeinsamer Auftritt war am Land Frauen-Tag 1990 im Kurfürstlichen Schloss in Mainz.

„Ei, ihr gehert beschtimmt all zusamme“ na klar, war ja einfach zu erkennen. Am besten hätten wir uns das Gau-Bischofsheimer Ortswappen umgehängt, denn die nächste Frage war sicher .....“wo seid er donn her?“. Soweit ich mich erinnere, gab es nicht viele offizielle Auftritte in Tracht. Den 1. Preis, den Gau-Bischofsheim beim Wettbewerb „Unter Dorf soll schöner werden“ bekommen hat, haben wir in Tracht in der Pfalz abgeholt und auch dort für Aufsehen gesorgt und an einem Brunnenfest steckte man einen Mann mit Maske in das Landfrauen-Kleid und das ganze Dorf musste erraten, wer sich wohl dahinter versteckt hat. Manchmal taucht die Tracht auch noch an Fastnacht auf und treibt uns nostalgische Gefühle ins Land Frauen-Herz .... war des schee daomols und jede Landfrau, die was uff sich hält, hebt net nur ihr Brautkleid uff, sondern aach die Land Fraue-Tracht.

Es war im Frühjahr 1988, als der damalige Bürgermeister, Karl-Heinz Göth, feststellte, dass in unserem Dorf ein Land Frauen-Verein fehlte. Annemarie Krämer nahm sich der Sache an, informierte sich intensiv über die Arbeit der Landfrauen in den Nachbarvereinen und stellte bei ihren Nachforschungen fest, dass es in einem Landfrauenverein fast nichts gibt, was man nicht machen kann. Kurz: Sie war begeistert.

Ihre Begeisterung war ansteckend und so kam es im April 1988 zu einem ersten Treffen mit Gau-Bischofsheimer Frauen. Anwesend waren Bürgermeister Göth, die amtierende Kreisvorsitzende Frau Helga Lösch aus Uelversheim und ihre Vertreterin, Frau Mathilde Lemb aus Hechtsheim.

Die 24 interessierten Frauen, die sich zu diesem ersten Treffen eingefunden hatten, wurden ausführlich informiert und ihnen wurde die Landfrauenarbeit so richtig schmackhaft gemacht. Allerdings taten sie sich nicht leicht mit schnellen Entschlüssen. Einige der Damen störten sich an dem Namen "Land Frauen". Man wohnte zwar gerne auf dem Land, fühlte sich aber nicht unbedingt als "Landfrau".

Ein neuer Termin wurde vereinbart. Am 23.04.1988 trafen sich die Frauen erneut, mit dem erfreulichen Ergebnis, dass von den 18 Anwesenden 5 Frauen bereit waren, ein Amt zu übernehmen. Änne Escher übernahm den schwierigsten Part, sie wurde unsere erste Vorsitzende. Der Anfang war geschafft. Bis zum Ende des Jahres 1988 zählte der Verein bereits 43 Mitglieder.

Schnell stellte man fest, dass es bei den Gau-Bischofsheimer Frauen einen großen Bedarf gab, sich dem Verein anzuschließen. Viele suchten eine Abwechslung zu ihrem Alltag mit Haushalt, Kindern, Ehemann, einige auch noch mit Feld- und Gartenarbeit. In erster Linie konnte man bei uns etwas für die Weiterbildung tun, d.h. interessante Vorträge und kreative Kurse besuchen. Auch kamen wir mehr und mehr auf den Geschmack von schönen Ausflügen und Reisen. Natürlich kam die Geselligkeit keinesfalls zu kurz. Beiden Gemeindefesten fanden sich immer wieder viele Frauen, die tatkräftig mitarbeiteten, was sich positiv auf das Dorfleben auswirkte. In der Gau-Bischofsheimer Männerwelt gab es so manche kleine Hürde zu nehmen. Denn ein neuer Verein - und nur Frauen, mit neuen Gedanken und Ideen, das war für den einen oder anderen nicht so ganz einfach.

Aktuelles

  • Veranstaltungen

    Neue Termine 2020

    Närrischer Treff am Freitag, 31.1.2020 um 19.11 Uhr im Bürgerhaus

    Unser närrisches Motto ist ganz nach der Devise:

    "Fröhlich und bunt, wie das Leben auf der Blumenwiese."

    Kreativmarkt am Sonntag, 29.3.2020 ab 12:00 Uhr im Bürgerhaus

     

     
  • Dankeschön-Essen 2019

    In diesem Jahr waren sehr viele Mitglieder unserer Einladung gefolgt, darüber hat sich der Vorstand sehr gefreut. Diese Veranstaltung war unser Jahresabschluß und wir wünschen Allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.